Alte Platte

Abspielen alter Schallplatten

Das Abspielen alter Schallplatten erfordert ein paar Vorüberlegungen. Egal, ob es sich dabei "nur" um das Genusshören handelt oder ob es sich um das Digitalisieren von Platten handelt. Dabei gibt es zwei Themenkreise, nämlich den Abtaster und die Entzerrung. In einigen Fällen kann als drittes Thema noch die Geschwindigkeit dazukommen.

Unter Parameter alter Schallplatten finden Sie ohne Anspruch auf Vollständigkeit eine Liste von Platten mit den Angaben über Hersteller, Herstellungsdatum, Abspielgeschwindigkeit, Entzerrung und empfohlenen Verrundungsradius.

Das einfachste Thema ist sicher die Abspielgeschwindigkeit. Diese entspricht entweder den fest einstellbaren Geschwindigkeiten 33, 45 oder 78 oder weicht davon ab. Handelt es sich um eine abweichende Geschwindigkeit, brauchen Sie eine Möglichkeit die Drehzahl Ihres Plattenspielers einstellen zu können. Die Geräte EMT 938 und EMT 948 sind bereits zum Anschluss eines Potentiometers vorbereitet und in manchen Ausführungen EMT 950 sind mit einer Geschwindigkeitseinstellung ausgerüstet. Wenn Sie nicht selbst Hand anlegen wollen, können Sie auf meine Option Varispeed zurückgreifen.

Die Abtastung einer Schallplatte soll in jedem Fall so geschehen, dass die Platte möglichst nicht beschädigt wird. Dazu ist sicher zu stellen, dass der Abtaster einen zur Rille passenden Verrundungsradius hat. Ist dieser zu groß, wird er am oberen Rand der Rille geführt und kann evtl. springen. Ist er zu klein, liegt er unter Umständen am Rillenboden an und wird nicht korrekt von den Rillenflanken geführt. Um auch sehr großen Verrundungsradien gerecht zu werden, können Tonabnehmer auf Anfrage auch mit Diamanten mit Verrundungsradien von 80µ, 100µ oder 120µ bestückt werden.

Die alten Platten sind monaural geschnitten, der Abtaster wird also nur horizontal bewegt. Die O-Systeme sind so aufgebaut, dass nur eine horizontale Bewegung möglich ist. Sie liefern einen ca. 10-fachen Ausgangspegel gegenüber den T-Systemen. Konstruktionsbedingt tasten die T-Systeme auch vertikale und schräge Auslenkungen ab, die von Schmutz oder Höhenschlag herrühren können. Die Mono-T-Systeme haben zwar nur eine Spule und diese ist auch so gedreht, dass theoretisch nur die horizontalen Bewegungen gewandelt werden, aber Nebeneffekte lassen sich nie ganz ausschließen. Mehr zu den Unterschieden zwischen T- und O-Systemen und den Anschlussbedingungen lesen Sie unter Einsatz der EMT-Tonabnehmer.

Das letzte Thema in diesem Zusammenhang ist die Entzerrung. Es ist nicht nur damit getan, den richtigen Tonabnehmer zu wählen, sondern ebenso muss die Entzerrung passen. Wie Sie bei den Parametern der Schallplatten sehen, gibt es die unterschiedlichsten Einstellungen. Tiefen- und Höhenentzerrung beliebig gewählt, Tiefenentzerrung nach RIAA und Höhenentzerrung beliebig und RIAA für Höhen- und Tiefenentzerrung. Nur bei den Entzerrern EMT 139 und EMT 155 (für EMT 927 bzw. EMT 930) können unterschiedliche Entzerrungen angewählt werden, wobei das auch nur die Höhenentzerrung betrifft. Bei allen anderen Entzerrern der EMT-Plattenspieler gibt es nur die RIAA-Entzerrung. Um nun Platten mit anderen Entzerrungen abzuspielen, bleibt entweder die vom Entzerrer vorgegebene Kurve im Signalweg und die weitere Klangbeeinflussung wird am nachfolgenden Vorverstärker vorgenommen oder das Signal wird vom Tonarm abgenommen und einem externen Entzerrer-Verstärker zugeführt, wie unter Anschluss eines externen Entzerrers beschrieben.

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